Das Wichtigste auf einen Blick:
- Verstehe, wie Spliss entsteht und warum er nicht einfach von selbst verschwindet.
- Erkenne die wichtigsten Ursachen im Alltag, von Chemie bis zur falschen Bürste.
- Lerne, warum die richtige Pflege allein nicht reicht, wenn das Haar mechanisch geschädigt wird.
- Finde heraus, welche Gewohnheiten Deine Spitzen besonders belasten.
Heute sprechen wir über ein Thema, das viele kennen: Spliss. Oft kommt jemand frisch vom Schneiden zu uns und trotzdem sind die Spitzen nach kurzer Zeit wieder angegriffen. Genau deshalb schauen wir uns an, was Spliss eigentlich ist, wie er entsteht und warum er immer wieder zurückkommen kann.
Wichtig ist dabei vor allem eines: Spliss ist nichts Natürliches. Er entsteht durch Belastung, durch Pflegefehler und durch alles, was das Haar im Alltag schwächt. Um das zu verstehen, müssen wir uns den Aufbau des Haares anschauen.
Wie das Haar aufgebaut ist
Unser Haar besteht aus drei Schichten. In der Mitte liegt die Medulla, also ein innerer Kanal, der das Haar stabilisiert. Darum herum befindet sich die Faserschicht, auch Kortex genannt. Dort steckt das, was das Haar stark, elastisch und formbar macht. Ganz außen liegt die Schuppenschicht, die das Haar schützt.
Die Schuppenschicht kann man sich wie viele kleine Schuppen vorstellen, die sich übereinanderlegen, ähnlich wie bei einem Fisch. Zusammengehalten werden sie durch eine Kittsubstanz. Diese Verbindung ist entscheidend, damit das Haar glatt, geschlossen und widerstandsfähig bleibt.
So entsteht Spliss
Durch häufiges Waschen, chemische Behandlungen oder falsche Handhabung löst sich Stück für Stück diese Kittsubstanz aus der Schuppenschicht. Das Haar wird trockener, spröder und die Spitzen beginnen sich zu öffnen. Genau dann entsteht Spliss.
Das ist etwas anderes als Haarbruch. Beim Spliss geht das Haar nicht einfach irgendwo komplett ab, sondern die Spitze fasert auseinander. Wenn man ein einzelnes Haar betrachtet, sieht es dann aus, als würde es sich in mehrere Richtungen spalten. Das Haar wirkt rau, stumpf und die Enden stehen auseinander.
Je stärker die Spitzen aufgehen, desto weniger schön reflektiert das Licht. Deshalb verlieren splissige Haare schnell ihren Glanz. Gerade bei langen Haaren fällt das besonders auf, weil die Spitzen den Zustand der gesamten Länge stark beeinflussen.
Warum Spliss immer wiederkommt
Wenn Spliss trotz Schneiden schnell wieder da ist, liegt das meist daran, dass die Ursache im Alltag weiter besteht. Deshalb schauen wir in der Beratung immer zuerst darauf, was das Haar schon alles mitgemacht hat. Dazu gehören Färben, Blondieren, Strähnen oder Dauerwellen, aber genauso wichtig ist die tägliche mechanische Belastung.
Viele unterschätzen genau diesen Punkt. Die Haare wachsen im Schnitt etwa einen Zentimeter pro Monat. Lange Haare sind also schon mehrere Jahre alt und haben entsprechend viel erlebt. So wie man einen hochwertigen Kaschmirpullover sorgsam behandelt, müsste man auch mit dem Haar umgehen. In der Realität wird es aber oft gebürstet, geföhnt, gewaschen und gestylt, ohne auf die empfindliche Struktur zu achten.
Physikalische Schädigung im Alltag
Zur physikalischen Schädigung zählen alle mechanischen Belastungen, die das Haar im Alltag abbekommt. Dazu gehören das falsche Bürsten, zu heißes Föhnen, Rubbeln beim Waschen oder auch eine unpassende Stylingtechnik. Gerade diese Form der Schädigung wird oft unterschätzt.
Schon beim Waschen kann viel passieren. Wenn die Haare gerubbelt werden, verhaken sich die Schuppenschichten ineinander. Das strapaziert die Oberfläche unnötig. Besser ist es, die Haare gezielt und schonend zu reinigen, damit die Struktur nicht zusätzlich aufgeraut wird.
Auch beim Föhnen spielt die Richtung und die Temperatur eine Rolle. Zu viel Hitze oder falsches Trockenföhnen belastet die Längen und Spitzen zusätzlich. Dasselbe gilt für Glätteisen und andere Stylingtools, wenn sie ohne passenden Schutz eingesetzt werden.
Die falsche Bürste kann Spliss fördern
Besonders häufig sehen wir alte Bürsten aus der Kindheit oder Modelle, die früher im Trend waren. Dazu gehören flache Paddlebrushes oder Bürsten mit kleinen Noppen an den Borstenenden. Genau diese kleinen Verdickungen können sich in den Haaren verhaken.
Wenn die Bürste hängen bleibt und nicht vorsichtig gelöst wird, entsteht Zug auf dem Haar. Es wird überdehnt, durchgerupft und an der Oberfläche geschädigt. Man hört und spürt das oft sofort. Für das Haar ist das pure Belastung, besonders bei feinem oder bereits strapaziertem Haar.
Wir vergleichen das gern mit einem empfindlichen Band: Wenn man daran zieht, franst es aus. Genauso verhält sich Haar, wenn es wiederholt mechanisch belastet wird. Die Struktur öffnet sich, die Schuppenschicht verliert ihre Geschlossenheit und die Spitzen werden anfällig für Spliss.












